Mickaël radelt jetzt durch 32 Länder: „Mit 250 Kilo hört man ein Stück weit auf zu leben“
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10.000 Kilometer mit dem Fahrrad quer durch Europa – für Mickaël Hardouin Duparc ist diese Reise mehr als nur ein Abenteuer. Vor drei Jahren brachte er noch 250 Kilogramm auf die Waage.
Eine Trennung in jungen Jahren warf Mickaël Hardouin Duparc (39) aus der Bahn, wie er im Gespräch mit FOCUS online erzählt. „Ich habe in nur drei oder vier Monaten 40 Kilo zugenommen“, erinnert er sich. In seinen schwersten Zeiten brachte der Franzose schließlich 250 Kilo auf die Waage. „Ich hatte das Gefühl, den Schmerz, den ich im Kopf trug, in meinen Bauch zu verlagern. Ich aß, bis ich mir körperlich selbst schadete.“
Erst die Geburt seiner Neffen habe etwas verändert. „Die enorme Liebe, die ich für sie empfand, hat etwas in mir geweckt. Ich habe beschlossen, zurückzukämpfen.”
2023 ging er in ein Adipositaszentrum im Westen von Frankreich. Dort kam ihm die Idee, mit dem Fahrrad durch Europa zu reisen – um abzunehmen und gleichzeitig auf die Erkrankung Adipositas aufmerksam zu machen.
Mickaël selbst beschreibt den Moment der Entscheidung so: „Ich hatte schon immer eine Abenteuerseele. Ich wollte intensive Erfahrungen machen, Menschen treffen und die Welt entdecken. Und ich glaube, ich habe eine tiefe Anziehung zu Herausforderungen.“
Aus dem Traum wurde ein konkreter Plan. Ab Ende Mai 2026 will er 10.000 Kilometer durch 32 Länder radeln – verteilt über rund 18 Monate.
Bevor er auf seine Radtour starten kann, musste Mickaël seinen Alltag grundlegend verändern. Mit Wandern, Sport und einer Ernährungsumstellung hat er bereits rund 70 Kilo verloren. Inzwischen wiegt er etwa 180 Kilo, wie er dem französischen Sender France 3 erklärt, der zuerst über seine geplante Reise berichtet hat.
„Ich werde wieder leben können“, sagt er. „Mit 250 Kilo hört man ein Stück weit auf zu leben. Ohne Sport hätte ich vielleicht Gewicht verloren, aber nicht das Selbstvertrauen aufgebaut, das ich gerade entwickle.“
Früher habe er bei Traurigkeit oft gegessen, heute geht er anders mit seinen Gefühlen um. „Jetzt, dank des Sports, erlebe ich Emotionen und außergewöhnliche Erfahrungen. Meine Emotionen waren das Problem, jetzt sind sie die Lösung.“
Auf Social Media erreicht Mickaël inzwischen mehr als 100.000 Menschen mit seinen Videos, die ihn beim Wandern oder Radfahren zeigen. Viele Menschen schreiben ihm, dass seine Geschichte ihnen Hoffnung gibt.
Denn Mickaël ist längst kein Einzelfall. Laut Zahlen der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) sind in Deutschland etwa zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und gut die Hälfte der Frauen (53 Prozent) übergewichtig. Rund ein Viertel der Erwachsenen (23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen) gilt als stark übergewichtig, also adipös.
„Ich denke oft an Menschen, die das erleben, was ich vor fünf oder sieben Jahren erlebt habe“, sagt er heute. „Zum ersten Mal seit langer Zeit fühle ich mich für andere nützlich.“
FOCUS
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